Bolivien: Orte von A bis R
Camiri - Cocchabamba
- Conception - Coppacabana
- Coroico - La
Paz - Oruro - Potosi
- Rurrenbaque
Camiri
Der südöstliche Verkehrsknotenpunkt bietet regelmäßige
Busverbindungen nach Paraguay und Argentinien. Die 40.000 Einwohner
umfassende Stadt lebt von der Erdölraffinerie und liegt auf
830 Meter über NN. Touristisch ist es sehr wenig erschlossen
und hat nichts besonderes zu bieten.
Cocchabamba
Die drittgrößte Stadt liegt nahe der Kornkammer Boliviens,
was auf das ganzjährlich milde Klima zurückzuführen
ist. Mit einer Höhe von 2558 Meter über NN bietet es Gelegenheit
zu einem Zwischenstopp, wenn man aus dem östlichen Tiefland
kommt und weiter in die andinen Höhen will. Hier ist ein idealer
Platz, um sich an die dünne Luft zu gewöhnen. Das beeindruckende
Flair und die zentrale Lage stehen im Widerspruch zu den wenigen
Touristen, die sich hierher verirren. Cocchabamba kann mit einigen
Sehenswürdigkeiten wie der Kondorsäule auf dem Plaza de
Armas, dem Franziskanerkloster mit seiner beeindruckenden Kirche
und dem Museum des Zinnbaronen Simon I. Patino aufwarten. Dieser
damals drittreichste Mann Boliviens ließ in seiner Villa Teile
der Sixtinischen Kapelle und der maurischen Alhambra nachbauen.
Die größte Christusstatue der Welt thront auf einem Hügel
inmitten der Stadt, der sich durch einen sehr beschwerlichen Aufstieg
über 1227 Stufen auszeichnet. Es ist jedoch auch die Fahrt
mit der Gondel möglich. Oben angekommen wird man mit einem
einzigartigen Blick über die Stadt, die sich im Hintergrund
erstreckenden Gipfel und die Laguna Alalay belohnt. Empfehlenswert
ist es, das Nachtleben in den Strassen Calle Espana, Calle Venezuela
und Calle Ecuador mitzuerleben. In der Gasse zwischen der Av. Ayacocho
und der Bautista in der Nähe der Post befindet sich ein kleiner
Andenkensmarkt, der es lohnt, besichtigt zu werden. In den Monaten
September und August kann es zu Wasserknappheit kommen, was dazu
führt, dass ab Mittag das duschen nicht mehr möglich ist.
Als Besonderheit kann das Fiesta Virgen de Urkupina in Quillacolla
am 15. August genannt werden. Auf diesem Event kann man das Aufeinandertreffen
der ursprünglichen Religionen und des Christentums gut beobachten.
So wird eine Freiluftmesse mit 5000 Besuchern abgehalten, während
ein paar Meter weiter Pachamama ( = die Erde) mit Bier besänftigt
wird. Aus Aberglauben werden von großen Felsen kleine Steine
abgeschlagen und zu Hause bis zum nächsten Jahr angebetet und
verehrt. Andere Leute kaufen sich einen Sack voll Steine und schleppen
diesen nach Hause in dem sicheren Wissen, dass damit ihre Sünden
vergeben werden.
Conception
Die Stadt bietet neben eindrucksvollen Häusern auch die schönste
Kirche Boliviens. Diese wurde im Jahre 1756 erbaut und 1982 vollständig
und authentisch restauriert. Conception ist Geburtsstadt von Hugo
Banzer, einem ehemaligen Präsidenten. Die geographische Lage
inmitten des Tieflandes verleitet zu eindrucksvollen Dschungeltouren,
oder zu einem Blick auf die undurchdringlichen Weiten des Tieflandes
aus einem Flugzeug.
Coppacabana
Auf einer Landzunge inmitten des Titicaca - Sees gelegen ist dieses
Städtchen ein idealer Startpunkt zu einer Tour zur Isla del
Sol, der Geburtsstädte des Inkareiches mit dem berühmten
Pumafelsen. Ansonsten kann man einen eindrucksvollen Sonnenuntergang
vom Cerro del Calvario beobachten. Im Franziskanerkloster kann man
die schwarze Madonna besichtigen, die gleichzeitig Namenspatronin
des berühmten Strandes in Rio de Janeiro ist. Diese Statue
hat ihren Blick am Wochenende nach Bolivien und unter der Woche
nach Peru gerichtet. Ein weiterer Höhepunkt ist die Segnung
von Autos vor dem Franziskanerkloster, die jeden Tag stattfindet
und zu der auch massenweise Peruaner kommen.
Coroico
Dieses verschlafene Touristennest inmitten der Yungas liegt auf
1350 Meter über NN und ist von La Paz aus nur über die
"gefährlichste Strasse der Welt" erreichbar. Diese
ist nur etwas breiter als ein normales Auto, wird aber von LKW´s,
Bussen, Autos und allen anderen denkbaren Fortbewegungsmitteln befahren.
Da sie sich an einer Felswand entlangwindet und ungeteert ist, wundert
es nicht, dass man alle paar Meter ein Kreuz antrifft, das andeutet,
dass hier ein Fahrzeug in die Tiefe gestürzt ist. Eine Kurve
"ziert" ein Grabstein, der daran erinnert, dass hier ein
ehemaliger Präsidentschaftskandidat hinuntergestürzt wurde.
Von Coroico können Touren in die Yungas unternommen und eine
Universität mit Kaffeeanbau besichtigt werden. In der Nähe
befinden sich Dörfer, in denen Coca angebaut wird.
La Paz
Die inoffizielle Hauptstadt Boliviens erstreckt sich über 1000
Höhenmetern und beherbergt ein viertel der gesamten Bevölkerung.
In den tiefergelegenen Zonen wohnen in milderem Klima und abgeschlossenen
Vierteln die Reicheren, während sich die Ärmeren in den
höheren Lagen und dem auf 4000 Metern über NN gelegenen
Altiplano wiederfinden. Als Sehenswürdigkeiten seien der Hexenmarkt
hinter dem Franziskanerkloster, das Cocamuseum und das Valle de
la Luna genannt. Dieses zeichnet sich durch seine bizarren Felsformationen
aus und erinnert, wie schon der Name sagt, an Landschaften auf dem
Mond. In der Gefängnisstadt "San Pedro" können
unter anderem auch deutschsprachige Führungen mit stark schwankenden
Preisen seitens der Gefangenen unternommen werden. In dieser in
sich geschlossenen Stadt finden sich Geschäfte, Restaurants,
Kneipen sowie ein Billardcafe wieder. Teilweise leben die Gefangenen
mit ihren Familienangehörigen hier zusammen.
Oruro
Beim Grenzübertritt mit dem Bus von Chile aus wird man zwangsweise
in Oruro landen. Diese auf 3700 Meter über NN gelegene Stadt
ist der westliche Verkehrsknotenpunkt Boliviens. Durch Oruro läuft
die einzige intakte Personenzugverbindung. Außer einem Minenmuseum
und einer Christusstatue befinden sich in dieser Stadt keine weiteren
Sehenswürdigkeiten, was keinen längeren Aufenthalt rechtfertigt.
Potosi
Die auf 3900 Meter über NN gelegene höchste Stadt der
Welt erlebte mit der Entdeckung von Silber ganz in der Nähe
einen großen Aufschwung. Aus diesem Grunde befinden sich hier
auch viele wunderschöne Kolonialbauten aus der Besatzungszeit
der Spanier. Das im "Cerro Rico de Potosi" abgebaute Silber
wurde im "Casa de la Moneda" geprägt. Dieses ist
heute ein wirklich sehenswertes Museum und sollte nicht versäumt
werden. Beim Abbau des Silbers starben damals um die 8 Millionen
Indios in den Bergstollen, aus denen bis heute ca. 46.000 Tonnen
Silber herausgeholt wurden. Auch in Potosi befindet sich eine Christusstatue;
die höchste der Welt. Das Süßwasser der Stadt stammt
aus den ca. 40 idyllisch gelegenen Lagunen im Umland.
Rurrenbaque
Dieses kleine in den Yungas gelegene Dschungelnest hat eigentlich
außer Rafting, Floß- und Machetentouren nur noch organisierte
Aligatorjagten zu bieten.
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