Als weitere Rohstoffe seien Erdöl und Erdgas
genannt, die im Grenzgebiet zu Paraguay entdeckt wurden. Nachdem
in den 80iger Jahren die Erdgasförderung stark anstieg, entwickelte
sich ein starker Export in das Nachbarland Argentinien. Weitere
Exporte sind nach Chile und Brasilien geplant.
In den wichtigsten landwirtschaftlichen Gebieten um den Titicacasee
und in den Talbecken des ostbolivianischen Hochlandes werden neben
Mais, Bohnen, Obst und Kartoffeln auch Kaffee und Bananen angebaut.
Zudem wird ein grosser Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche
für den illegalen Anbau von Kokasträuchern genutzt. Offizielle
Vernichtungskampagnen sowie staatliche Hilfen für den Ersatz
des Kokaanbaus durch andere Produkte waren wenig erfolgreich. Im
Tiefland werden hauptsächlich Zuckerrohr, Reis, Kaffee, Mais,
Soja, Baumwolle und andere Faserpflanzen für den Export angebaut.
In diesem Sektor arbeiten 41 % der Bevölkerung, erwirtschaften
jedoch nur 16 % des Bruttoinlandproduktes.
Im Hochland werden Schafe, Rinder, Schweine, Lamas und Alpakas gehalten.
Dadurch deckt die Bevölkerung ihren Grundbedarf an Milch, Fleisch
und Wolle. Die Wolle der Vicunas ist sehr wertvoll; der Erlös
des Verkaufes hilft den Bewohnern entlegener Bergdörfer, ihren
Lebensunterhalt zu sichern. Im Tiefland wird in jüngerer Zeit
zudem noch grossbetriebliche Rinderhaltung betrieben.
Neben Erdölraffinerien gibt es Nahrungsmittel-, Textil-, Holz-,
Papier-, und chem. Industrie. Wichtige Industriestandorte sind neben
La Paz auch Oruro und Cochabamba.
Die Erzlagerstätten sind über das Eisenbahnnetz mit Chile
und Argentinien verbunden. Die Ausstreckung dieses Netzes beträgt
3700 km. Zum Vergleich: Deutschland hat ein Eisenbahnnetz von 43687
km. Das insgesamt spärliche Strassennetz von 41000 km ist nur
zu ca. 4 % geteert. Im Osten des Landes sind daher grosse Teile nur
durch die Luft zu erreichen. Internationale Flughäfen sind El
Alto (La Paz) und Viru-Viru (Santa Cruz)
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